Es war einmal..

Grüne, saftige Wiesen, blühende Kornfelder bewegen sich rhytmisch in der leichten Sommerbrise und leise knarrend surrt in weiter Ferne das dörfische Mühlrad im Wind. Die freundlichen Einwohner der idyllischen Dorschaften Aelysias haben nur wenige Sorgen im Leben. Aelysia - so heißt der fruchtbare Kontinent, auf dem sich die Menschenvölker niedergelassen haben und seit den blutigen Stammes-Kriegen vor einigen hundert Jahren in Frieden leben. Damals - so überliefern es die Schriften - lagen die Menschen-Könige in Feindschaft zueinander und schickten einst große Heerscharen von bewaffneten Rittern und Bauern in die Schlacht, wo sie um Macht, Geld und Ruhm kämpften. Doch ein Kaiser - entsandt von den Göttern selbst - wurde geboren und einigte die verbliebenen Königreiche zum Kaiserreich Aelysia, dessen erhabene, friedliche Macht bis heute Bestand hat. Die Menschen lebten in diesem Land nicht allein. Tief abgelegen in den Wäldern Aelysias gibt es vereinzelte Elfen-Siedlungen, die scheu und mit Argwohn dem Treiben der Menschen entgegensehen. Auch leben einige Zwergenstämme in Aelysia, hoch oben in den zahlreichen Gebirgsketten die sich durch das Land ziehen. Mürrische kleine Wichtigtuer!" so bezeichnete man die stämmigen kleinen Herren, die nur selten in die Täler zogen um Handel zu treiben.

Es begann mit einem Scharben und Graben. Dumpfe Schläge, tief unter der Erde, erwuchsen zu einem lauten Grollen bis die Erde in den niederen Gebirgen zusammenfiel und dunkle vom Fackelschein erleuchtete Stollen zum Vorschein kamen. Als erstes fielen die Dörfer im Osten Aelysias. Überrannt von grünhäutigen, furchtlosen Kriegern. Sie kannten kein Erbarmen, friedliche Männer, Kinder und Frauen wurden von den Ork-Kriegern der dunklen Horde abgeschlachtet und nur wenige überlebten um davon zu berichten. Zu lange schon lebten die Menschen in Friedenszeiten. Waffen und Rüstungen aus längst vergangenen Zeiten vermochten nicht gegen die brutalen Kriegsherren der dunklen Horde standzuhalten. Mit großer Sorge musste das Kaiserreich mit ansehen, wie die dunkle Horde breite Landstriche für sich einnahm und mehr und mehr Stollen aus der Tiefe hervorbrachen mit immer schrecklicheren Kreaturen.

Dem Kaiserreich blieb nur eine Wahl um die verbliebenen Ländereien in Aelysia vor der Vernicht zu bewahren: Sie wandten sich an die Fremdlinge, die Elfen- und Zwergenvölker, die das Schicksal der Menschen als nächstes teilen würden, und erhofften sich militärische Unterstützung in diesen schweren Zeiten. Die Elfen entsandten ihre fähigsten Bogenschützen in die Schlacht und auch die Zwerge schlossen sich mit ihren stämmigen, in schwere Panzerplatten gehüllten Kriegern an. So fassten die Menschen Aelysias neue Hoffnung, die Schmieden wurden angefeuert, heizten Tag und Nacht und erschufen mächtige Rüstungen und scharfe Klingen um ein neues Heer von Menschen-Kriegern auszuheben. Von Überall her strömten Flüchtlinge und kampfeswillige Recken in die letzten Menschensiedlungen im Westen um für die Freiheit ihres einst blühenden Kaiserreichs zu kämpfen.

Ob einfache Bauern mit Mistgabeln oder im Kampf erfahrene Reiter, jeder einzelne von Ihnen war vollen Mutes als sie gemeinsam in der legendären Schlacht an der Steingabel-Furt zum ersten Mal auf offenem Feld der dunklen Horde entgegenstanden. Auch der erschreckende Anblick der blutrünstigen Truppen der dunklen Horde vermochte den Mut der Mannen des Kaiserreichs nicht zu brechen. Kleine, garstige Goblins, mit leuchtenden Augen, verrosteten Klingen oder vergifteten Kurzbögen tummelten sich um wilde, an Wildschweine erinnernde Ork-Krieger, die es kaum erwarten konnten mit ihrer riesigen Axt ein paar Menschen-Schädel zu spalten. Einige der Goblins waren mit magischen Fähigkeiten ausgestattet und so vermochten sie den Stein aus ihren tiefen Höhlen neu zu formen und als seelenlose steinerne Golems in die Schlacht zu befehlen. Begleitet durch die Fanfaren des Königs begann die erbarmungslose Schlacht. Weder die Truppen des Kaiserreichs noch die der dunklen Horde wichen zurück und so tobte die Schlacht viele Stunden mit zahlreichen Opfern auf beiden Seiten.

Niemand konnte den Ausgang der Schlacht vorhersehen, ist doch dessen Verlauf so unerwartet dass noch Jahre später Lieder davon singen werden. Denn so konzentriert auf den Schlachtverlauf hat niemand die nahende Bedrohung wahrnehmen können, die aus den Sümpfen im Süden aufstieg und nun die Schlacht entscheidend verändern sollte: Mit einem grellen Blitz schlug das Wetter schlagartig um, tosender Wind, grell-violette Wolkenschwaden ziehen vorbei und nichts an diesem Unwetter schien natürlichen Ursprungs. Eine dunkle, in Kutten verhüllte Gestalt erscheint Flüche murmelnd in den weit entfernten Ruinen und abseits des inzwischen still gewordenen Schlachtgetümmels formiert sich ein zunächst leises Geräusch dumpfer Armeetrommeln zu näher kommenden trampelnder knackender Schritte. Die Anführer der Nekrolords, einst als abscheulicher Magierkult in die südlichen Sümpfe verbannt, formten hasserfüllt mit all ihrer Macht ein schlagkräftiges Heer Untoter Krieger um so Leid und Verderben über alle Seelen Aelysias zu bringen. Noch bevor die ersten seelenlosen Krieger des Untoten Fussvolks das Schlachtfeld betraten wurde die Erde von einschlagenden Knochenhaufen der Seuchenschleudern des neuen aufmarschierenden Feindes erschüttet, die erbarmungslos auf alle Krieger, ob Kaiserreich oder Horde, mit aller Macht niedergingen. Während die Anführer des Kaiserreich Aelysias Banner-schwenkend in Panik versuchte ihre Legionen zusammenzurufen und sich neu zu formieren tobten die wilden Krieger der dunklen Horde bereits auf die knöchernde Armee zu.

Bis heute kann niemand genau sagen, wer aus dieser Schlacht als Sieger hervorging. Die noch immer mit toten Kriegern aller Völker übersääte Steingabel-Furt markiert seit diesen Tagen die Grenze der drei Gebiete in die Aelysia aufgeteilt wurde, wo nun die Herrscher versuchen neue Verbündete für diesen Krieg zu gewinnen.

Wem wirst du dienen, wenn dein Haus aufgefordert wird sich dem Krieg anzuschließen?